Midjourney Edit, GPT Image 2.5 und Magnific: Neue KI-Workflows für bessere Bilder

18. September 2026
Posted in KI-Bilder
18. September 2026 Monika Liechti

Midjourney Edit, GPT Image 2.5 und Magnific: Neue KI-Workflows für bessere Bilder

Bei der KI-Bildgenerierung fühlt sich eine Woche manchmal an wie ein Quartal. Neue Modelle, neue Edit-Funktionen, neue Integrationen. In Folge 9 von «The AI Marketing Playbook» haben Harriet Moser und ich genau solche Neuerungen live angeschaut und ausprobiert.

Im Zentrum standen drei Fragen: Wie lassen sich bestehende Bilder gezielt anpassen, ohne ihren Stil zu verlieren? Wie vereinfachen wir wiederkehrende Bildaufgaben? Und wie kann ein Workflow mit mehreren Bildmodellen trotzdem übersichtlich bleiben?

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Design-Inspiration mit Meigen.ai

Meigen.ai ist eine Sammlung von KI-generierten Bildern und Videos. Für uns besonders spannend: Zu vielen Beispielen sind der verwendete Prompt, das Modell oder ein Stylecode hinterlegt. Wer zum Beispiel nach Food Photography oder einem bestimmten Bildstil sucht, erhält damit nicht nur Inspiration, sondern auch einen konkreten Ausgangspunkt für die eigene Bildproduktion.

Das erinnert ein wenig an Pinterest, nur mit einer entscheidenden Ergänzung: Du kannst den Prompt oder Stylecode direkt übernehmen und anschliessend für deine Marke anpassen. Nicht bei jedem Bild ist der vollständige Prompt verfügbar. Manchmal ist es ein Kommentar oder nur ein Stylecode. Trotzdem kann genau das genügen, um einen Stil als Ausgangspunkt in Midjourney weiterzuentwickeln.

Wichtig bleibt: Ein guter Fund ist keine fertige Markenbildwelt. Er ist ein Startpunkt. Farben, Bildsprache und Inhalt müssen danach weiterhin zu deinem Unternehmen passen.

Midjourney Edit: Kleine Anpassungen, Stil behalten

Der neue Edit-Modus von Midjourney ist vor allem dann praktisch, wenn ein Bild fast passt. Der Hintergrund soll sich ändern, ein störendes Element soll verschwinden oder ein Flat-Icon soll als 3D-Variante weiterentwickelt werden. Dafür wird das Bild im Feld «Attached to Prompt» angehängt und die gewünschte Anpassung beschrieben.

Im Live-Test funktionierte das Entfernen einzelner Elemente gut. Auch die Umwandlung eines bestehenden Podcast-Icons in eine dreidimensionale Variante gelang überzeugend. Gerade bei Illustrationen, grafischen Elementen und stilisierten Motiven ist das interessant, weil Midjourney den eigenen Look eher beibehält als ein Wechsel in ein anderes Tool.

Bei fotorealistischen Bildern genauer hinschauen

Bei fotorealistischen Bildern kann es stärker zu Abweichungen kommen. Farben oder Details verändern sich, obwohl nur eine kleine Anpassung gewünscht war. Das ist kein Grund, das Tool abzuschreiben. Es zeigt aber: Je wichtiger die Bildkonsistenz ist, desto präziser muss der Prompt sein.

Ein weiterer Punkt aus dem Test: Nicht zu ungenau prompten. Der Edit-Modus kann viel, aber er errät nicht zuverlässig, was mit einer vagen Anweisung gemeint ist. Kleine Änderungen einzeln beschreiben und das Resultat kontrollieren spart am Ende Zeit.

Prompt-Shortcuts für wiederkehrende Aufgaben

Für wiederkehrende Bildaufgaben lohnt sich eine kleine Command-Liste in ChatGPT. Harriet hat beispielsweise einen Shortcut für ein Character Sheet angelegt. Der Befehl erzeugt nicht direkt ein Bild, sondern einen sauber strukturierten Prompt mit Ansichten wie Front, Dreiviertelansicht, Seite und Rückseite sowie passenden Gesichtsausdrücken.

Das ist besonders hilfreich, wenn du ähnliche Aufgaben regelmässig erledigst. Statt jedes Mal bei null zu starten, rufst du deinen Befehl auf, prüfst den generierten Prompt und verwendest ihn anschliessend im gewünschten Bildtool.

GPT Image 2.5: Editing direkt in ChatGPT

GPT Image 2.5 kam am Tag der Aufnahme heraus. Im Fokus standen deshalb erste Live-Tests, keine abschliessende Bewertung. Auffällig war vor allem das Editing: Ein Logo sollte auf ein Sweatshirt ergänzt werden. Zudem wurde der Hintergrund eines Bildes entfernt.

Der Button «Remove Background» fügt zunächst nur einen Prompt ein. Erst nach dem Absenden wird die Änderung ausgeführt. Im Test wurde das Motiv tatsächlich freigestellt, statt den grauen Hintergrund lediglich durch Weiss zu ersetzen. Das kann für viele Marketing-Anwendungen nützlich sein.

Die wichtigste praktische Erkenntnis war weniger glamourös: Einen Schritt nach dem anderen. Wenn mehrere Anpassungen gleichzeitig ausgelöst werden, kann es passieren, dass nur die letzte umgesetzt wird. Also eine Änderung absenden, Resultat abwarten und danach weiterarbeiten.

Magnific direkt aus ChatGPT Work steuern

Magnific lässt sich über ein Plugin mit ChatGPT verbinden. Damit kann der gesamte Bild- und Video-Workflow als Gespräch im Chat laufen: Idee entwickeln, Bilder generieren, Details anpassen und bei Bedarf ein Video daraus erstellen. Die erzeugten Assets werden trotzdem im jeweiligen Magnific-Space abgelegt und bleiben dort organisiert.

Im Test war dieser Workflow deutlich schneller als die agentische Arbeit direkt in Magnific. Hilfreich ist auch, dass du steuern kannst, welches Modell verwendet wird. Du kannst die Auswahl aber teilweise auch dem System überlassen und das Resultat beurteilen.

Credits im Blick behalten

Wer ein Magnific-Abo hat, kann je nach Modell unbegrenzt generieren. Andere Modelle verbrauchen zusätzliche Credits. Darum lohnt es sich, vor dem Generieren kurz zu klären, welches Modell für den konkreten Case sinnvoll ist. Bei kostenpflichtigen Video- oder Bildschritten kann ChatGPT Work die voraussichtlichen Credits anzeigen, bevor die Generierung gestartet wird.

Die Erfahrung mit direkten Verbindungen zu Bildtools bleibt je nach Tool unterschiedlich. Ein Screenshot mit einer präzisen Anweisung kann in einzelnen Fällen zuverlässiger sein als ein autonomer Eingriff in einen bestehenden Space. Deshalb: Erst mit überschaubaren Tests beginnen und wichtige Arbeiten nicht blind dem Agenten überlassen.

Fazit: Die Toolwahl wird zum eigentlichen Workflow

Midjourney Edit, GPT Image 2.5 und Magnific lösen unterschiedliche Aufgaben. Midjourney Edit ist stark, wenn ein bestehender Stil erhalten bleiben soll. GPT Image 2.5 zeigt beim Editing spannende Ansätze. Magnific in ChatGPT Work kann komplexere Bild- und Video-Workflows angenehmer bündeln.

Das heisst nicht, dass jetzt ein Tool alles kann. Gute Resultate entstehen weiterhin durch Tests, klare Prompts und die passende Wahl für den jeweiligen Bild-Case. Weniger Knopfdruck, mehr bewusstes Ausprobieren. Leider. Aber dafür wird es auch interessanter.

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Monika Liechti

Monika Liechti is expert in AI image generation and digital marketing as well as a photographer.